Mönchspfeffer bei PMS und hormoneller Dysbalance

Ein Strauch mit besonder Vergangenheit

Hormone sind wichtige Botenstoffe, die für den Informationsaustausch im Körper sorgen und die unser Verhalten, unsere Stimmung und das Wohlbefinden beeinflussen. Jeden Monat können junge Frauen davon ein Lied singen. Obwohl, zur Freude wird ihnen nicht zumute sein, vielmehr zum Weinen und Klagen. Wer kann es schon erahnen? Ja, das PMS ist gemeint, das Prämenstruelle Syndrom, das viele junge Mädchen auf dem Weg zur erwachsenen gebärfähigen Frau regelmäßig quält. Noch ist nicht eindeutig belegt, was die Ursachen für dieses Syndrom sind. Vermutet wird eine Veränderung der Östrogene und Gestagene während des Zyklus. Studien haben auch einen Zusammenhang mit dem Selbstbild der Frauen gefunden.

Nichtsdestotrotz, wenn es wieder einmal passiert und Bauchkrämpfe, Stimmungsschwankungen, unreine Haut, Heißhungerattacken, schlechter Schlaf, Wassereinlagerungen und Ödeme, Schmerzen in den Brüsten und in der Körpermitte den erfolgreichen Eisprung melden, ist Hilfe dringend notwendig. Die Hormone fahren Achterbahn. Da sind die oft gut gemeinten Ratschläge wie gesunde Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und weniger Stress in den Tagen vor der nächsten Regelblutung – diese Zeit wird auch Gelbkörperphase genannt – zu wenig.

Meistens ist medikamentöse Unterstützung mit Schmerzmitteln, Hormonpräparaten wie Ovulationshemmern etc. angesagt. Aber auch die Natur hat eine Pflanze in ihrem Angebot. Vom Namen her schließt man nicht sofort auf die Hilfe bei Frauenleiden. Es ist der Mönchspfeffer. Schon Hildegard von Bingen hat jungen Frauen Sitzbäder damit empfohlen. Sehr wirksam und sinnvoll hat sich in der Neuzeit eine drei- bis viermonatige Kur mit Präparaten aus Mönchspfefferextrakt herausgestellt.

Hormonelle Balance im Frauenleben

Von PMS über Zyklusschwankungen bis zu Beschwerden in den Wechseljahren

Nicht nur die Schmerzen vor der Regelblutung sind unangenehm, auch die Unregelmäßigkeit der Regelblutung lässt manche Frau hadern. Nur weniges ist peinlicher als nicht auf den Beginn der Blutung vorbereitet zu sein. Und andererseits ist das Warten auf die längst fällige Blutung lästig, manchmal sogar nervenzermürbend.

Auch dann ist eine Kur mit dem Mönchspfeffer-Extrakt hilfreich. Meist werden die Präparate über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten täglich genommen und danach folgt eine Pause. Sollte sich nach einiger Zeit die Regelmäßigkeit wieder ändern, kann eine weitere Kur begonnen werden. Immer häufiger bleibt für junge Familien der Kinderwunsch unerfüllt. Hat das mit einem zu niedrigen Östrogenspiegel zu tun und tritt dazu auch noch Milch aus den weiblichen Brüsten aus, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt, ist ebenso eine Kur mit dem Extrakt des Mönchspfeffers ratsam. Zusätzlich ist hier auch psychotherapeutische Hilfestellung sinnvoll.

Hormonschwankungen betreffen nicht nur junge Frauen, auch reife Frauen können die Symptome der Veränderungen im Hormonhaushalt unangenehm zu spüren bekommen. Wenn die Monatsblutungen unregelmäßiger werden, bevor sie in der Menopause komplett verschwinden, sind ähnliche Leiden wie beim PMS – Prämenstruellen Syndrom – möglich. Die Stimmung schwankt, die gefühlte Temperatur und Schweißausbrüche erfordern ein geschicktes Bekleidungsmanagement, der Schlaf wird in manchen Nächten mühsam und wenig erholsam und die Wassereinlagerungen tragen nicht zum Wohlbefinden bei.

Auch hier ist eine Kur mit Extrakten aus den Früchten des Mönchspfeffers eine gute Möglichkeit, die Zeit der Umstellung so angenehm wie möglich zu erleben.

Mönchspfeffer: mehr als nur eine Klosterpflanze

Von der mediterranen Heilpflanze zum bekannten Begleiter der Frauenheilkunde

Die Rede ist hier von einer Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), vom Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.). Er ist auch unter dem Namen Vitex, Keuschlamm oder Liebfrauenbettstroh bekannt. Wildwachsend ist der Mönchspfeffer vor allem in Flussufernähe, an ausgetrockneten Bachläufen, in Meeresnähe und an Felsküsten im Mittelmeerraum, in Zentralasien und Indien heimisch. Optisch ähnelt das Laub des Mönchspfeffers dem Hanflaub, seine Blüten können leicht mit denen des Schmetterlingsflieder verwechselt werden.

Seinen Namen hat der bis zu 5 Meter hohe Strauch mit den duftenden blauen bis fliederfarbenen Blütenständen seit dem Mittelalter. Er trägt nach Salbei duftende Früchte mit meist vier Samen. Die Geschichte sagt, dass Mönche den damals teuren Pfeffer durch die pfefferähnlich aussehenden und scharfschmeckenden Samen des Vitexstrauches ersetzt haben. Die Nebenwirkung als Anti-Aphrodisiakum, um die fleischliche Lust zu unterdrücken, war damals beabsichtigt oder wurde mehr oder weniger gern in Kauf genommen.

Noch gibt es keine neuesten Erfahrungen, ob der Mönchspfeffer nicht vielleicht doch eine aphrodisierende Wirkung hat und bei erektiler Dysfunktion hilfreich zur Seite stehen kann. Sein Einfluss auf den Dopaminhaushalt spricht dafür, ist aber noch nicht ausführlich bewiesen.

Wertvolle Inhaltsstoffe der Mönchspfefferfrüchte

Iridoidglykoside, Flavonoide und ätherisches Öl als pflanzliche Begleiter

Mönchspfefferfrüchte enthalten unter anderem Iridoidglykoside, fettlösliche Flavonoide, ätherisches Öl, Diterpene und fettes Öl. Diese Kombination hemmt die Aktivierung der Dopaminrezeptoren und die Freisetzung von Prolaktin wird reguliert. Das hat das hormonelle Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron zur Folge.

Die Früchte werden in Form von pulverisierter Droge und Tinktur verwendet. Sie gelten als traditionelles pflanzliches Arzneimittel und sind vom HMPC als „Anerkannte medizinische Anwendung“ zur Behandlung leichter prämenstrueller Beschwerden eingestuft.

Eine mehrmonatige Kur, wie oben beschrieben, hat erwiesenermaßen positive Auswirkungen auf den Hormonhaushalt der Frauen, mindert die Beschwerden vor der Menstruation bei jungen Frauen und bei reiferen Frauen, wenn sie dem Ende zugeht. Zusätzlich zur Umstellung des Lebenswandels kann die Gabe von Mönchspfeffer dabei unterstützen, dass der Kinderwunsch nicht nur ein Wunsch bleibt, sondern in Erfüllung geht. Wie groß der Einfluss auf die Manneskraft ist, bedarf noch weiterer Studien.

 

Bei Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Mönchspfeffer kontraindiziert. Bei einem Prolaktinom wird ebenfalls von der Einnahme abgeraten. Zu Wechselwirkungen mit anderen Hormonpräparaten und unerwünschten Wirkungen wie Juckreiz und Überempfindlichkeiten sind Sie beim Apotheker Ihres Vertrauens gut beraten.

Unterstrichen wird die Wirkung des Mönchspfeffers durch den Zusatz von Magnesium. Das hilft der Muskulatur beim Entspannen, sodass Krämpfe und ziehende Schmerzen als Zeichen angespannter Muskulatur nachlassen.

Ein weiterer hilfreicher Stimmungsaufheller aus dem Schatzgarten der Natur ist hochwertiges Johanniskrautöl. Es reguliert die psychische Belastung und lässt schwere Gedanken leichter werden.

 

Quellen:

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=m%C3%B6nchspfeffer

https://arzneipflanzenlexikon.info/moenchspfeffer.php/

https://rosenfluh.ch/media/arsmedici-dossier/2006/03/Moenchspfeffer-in-der-Frauenheilkunde.pdf/