Wissen, Erinnerung und moderne Belastung
In Zeiten, wo der Fokus auf Wissen, Erinnern und jederzeitigem Abruf von Informationen liegt, fällt es uns immer öfter auf, dass wir selbst oder uns nahestehende Menschen vergesslich werden. Sofort schweben Begriffe wie „Demenz“ und „Alzheimer“ wie eine dunkle Wolke über uns. Wir werden nicht nur immer älter, auch ist die Beanspruchung unseres Denkapparates in den letzten Jahren enorm gestiegen.
Die Bilder und Informationen laufen immer schneller, Unmengen von Daten werden mit dem Daumen oder mit dem Finger einfach weitergewischt, die Technik rast dahin. Dazu kommt der Einfluss von zu wenig körperlicher Bewegung und von vielleicht mangelhafter Versorgung mit notwendigen Nährstoffen durch ein geändertes Essverhalten und noch mehr.
Gehirn, Gesundheit und Eigenverantwortung
Vieles hat sich geändert, nur eines nicht: unser Gehirn, wie es funktioniert und was es braucht, um eine gute Leistung zu bringen. Im Umgang mit degenerativen Gehirnerkrankungen ist in den letzten Jahren viel passiert und trotzdem gibt es noch keine Aussicht auf Heilung von Alzheimer und Demenz.
Und diese Beeinträchtigungen beschränken sich auch nicht mehr nur auf alte Menschen, die vergesslich und orientierungslos werden. Da liegt noch viel Forschungsarbeit vor uns.
Was uns jedoch niemand abnehmen kann und wird, ist unser persönlicher Umgang mit unserer Gesundheit. Die Möglichkeiten, uns selbst vorbeugend ausreichend gesund und vor allem ausgeglichen zu ernähren, sind zahlreich. Heute möchte ich auf ein besonderes natürliches Element aufmerksam machen, das in den letzten Jahren viel an Bedeutung gewonnen hat: das Spurenelement Lithium und die Lithiumorotat-Verbindung.
Spurenelement, Formen und Einordnung
Lithium ist ein Spurenelement, Lithiumorotat die spezielle, organische Verbindung von Lithium mit Orotsäure. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Möglichkeit der Dosierung und des Einsatzes und in der Bioverfügbarkeit, das heißt, wieviel aufgenommene Substanz bleibt im Körper an der beabsichtigten Stelle verfügbar.
Lithium als Spurenelement ist ein Mineralstoff, den der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann, den wir aber zur Gesunderhaltung in winzigen Mengen, „in Spuren“, brauchen. Bei den Spurenelementen wird unterschieden zwischen den essenziellen und den nicht essenziellen Elementen.
Die essenziellen Spurenelemente sind als für unsere Gesundheit notwendig anerkannt. Das sind Eisen, Fluor, Jod, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen und Zink. Alle anderen Mineralstoffe sind bis jetzt noch nicht als wichtig eingestuft. Das heißt: Es ist zum derzeitigen Stand der Wissenschaft noch nicht bewiesen, dass sie für grundlegende Funktionen oder lebenswichtige Prozesse im Körper wichtig sind.
VORKOMMEN, NAHRUNG UND GEWINNUNG
Lithium, das leichtesten Metall der Erde, ist etwas seltener als Zink, jedoch häufiger als Kobalt, Zinn und Blei. Es kommt in der Natur als wasserlösliches Salz in Gestein, Salzwasser und Thermalwasser vor und ist im menschlichen Organismus in geringen Mengen vorhanden. Welche Funktion es dort erfüllt, ist noch nicht abschließend erforscht und geklärt. Es wird vermutet, dass es an der neuronalen Signalübertragung im Gehirn beteiligt ist und schützend auf Nervenzellen wirkt.
In Getreide, Gemüse oder Hülsenfrüchten ist Lithium von Natur aus enthalten. Weiters nehmen wir es über das Trink- und Mineralwasser, Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte auf.
Die Gewinnung von reinem Lithium erfolgt im offenen Tagebau oder durch Verdunstung von Salzseen. Seine industrielle Nutzung, z. B. für Batterien und Akkus, ist schon länger bekannt. Erst in den letzten Jahren ist die Einsatzmöglichkeit von Lithium im Zusammenhang mit der Gehirngesundheit und der Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter wieder neu aufgeflammt.
MEDIZIN, BOTENSTOFFE UND NERVENSYSTEM
Schon seit dem 19. Jahrhundert werden Lithiumsalze wie Lithiumcarbonat, -citrat und -acetat als Medikament in hohen Dosen und unter strenger Kontrolle bei bipolaren Affektstörungen, zur Vorbeugung und Behandlung manischer Episoden, bei Depressionen und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Die individuell eingestellte Dosierung muss regelmäßig überwacht werden. Unerwünschte Wirkungen können verstärkter Durst, Übelkeit, häufiges Wasserlassen, EKG-Veränderungen, eine Verlängerung des QT-Intervalls, ein leichtes Zittern der Hände, eine Hypothyreose, eine Gewichtszunahme, eine Hyperkalzämie und Mundtrockenheit sein.
Der genaue Wirkmechanismus von Lithium wird nach wie vor intensiv erforscht. Bisher wird angenommen, dass es die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und das Ausschütten von Neurotransmittern wie Adrenalin, Serotonin und Dopamin im Gehirn positiv beeinflussen kann. Neurotransmitter als lebenswichtige Botenstoffe sind für die Weiterleitung von Informationen von Nerv zu Nerv oder von Nerv zu Zelle verantwortlich. Sie steuern unser Denken und Handeln. In der Verarbeitung von Gefühlen spielen sie eine große Rolle.
Adrenalin, auch als Stresshormon bekannt, versetzt unseren Körper auf Knopfdruck in Alarmbereitschaft. Wir sind sofort zur Bewältigung einer gefährlichen Situation auf maximale Leistung eingestellt. Das Serotonin kennen wir als Schlafhormon. Es beeinflusst nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch die Verdauung, unsere Stimmung und sogar die Knochengesundheit. Dopamin, der Botenstoff des Glücks, reguliert unser internes Belohnungssystem und steuert die Motorik, die Aufmerksamkeit und das vegetative, nicht beeinflussbare Nervensystem.
OROTSÄURE, AUFNAHME UND FORSCHUNG
Für Lithiumorotat wird Lithium mit der Orotsäure zum Salz kombiniert. Dieses wirkt hier als natürliches Transportmittel und ermöglicht dem Lithium, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen und somit im Gehirn seine gewünschte Wirkung zu entfalten. Grundsätzlich ist diese Schranke zuständig für den Austausch von Substanzen zwischen dem Gehirn und dem Blutkreislauf, verhindert das Eindringen von Giftstoffen und Krankheitserregern ins Gehirn und reguliert die Versorgung mit Nährstoffen.
Diese Kombination beinhaltet eine geringe Dosis Lithium, sorgt jedoch noch immer für ausreichend Wirkstoffaufnahme im Körper. Es gewährleistet eine einfachere Dosierung und kann ebenso die psychische Gesundheit beeinflussen, wie wissenschaftliche Studien in den letzten Jahren wieder vermehrt belegen.
Lange Zeit wurde die Forschung mit Lithiumorotat stillgelegt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hat das Interesse daran jedoch wieder zugenommen, besonders wegen der immer notwendiger werdenden Eigenschaft des Lithiums, einen höheren Lithium-Spiegel im Serum und im Gehirn zu bewirken.
STUDIENLAGE UND WICHTIGE EINORDNUNG
In Regionen mit erhöhter Lithiumkonzentration im Trinkwasser gibt es beispielsweise weniger Suizide und Krankenhauseinweisungen wegen psychischer Probleme, aber auch eine geringere Zahl an Demenzerkrankungen. Der Altersforscher Michael Ristow zeigte 2011 in einer japanischen Bevölkerungsstudie einen möglichen Zusammenhang zwischen einem höheren Gehalt von Lithium in der Umwelt und einer höheren Lebenserwartung des Menschen. Noch sind die Forschungen dazu nicht abgeschlossen.
Die Alzheimer-Forschung erreichte im Jahr 2025 Aufmerksamkeit mit ihrer Studie. Dabei wurde in Blut- und Gehirnproben festgestellt, dass die nachgewiesene Menge an Lithium bei Menschen mit und ohne leichte kognitive Beeinträchtigung unterschiedlich war. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Spurenelement Lithium essentiell beim Schutz vor Demenz sein kann. Das lässt die Möglichkeit, den Verfall der Denk- und Erinnerungsleistung zu bremsen, in greifbare Nähe rücken. Lithium soll demnach die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen, stimmungsaufhellend wirken und das Nervensystem mitsamt dem Gehirn vor Abbau und Einschränkungen schützen.
Noch darf Lithiumorotat nicht in allen Ländern als Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden. Und die Einnahme von Lithiumpräparaten ersetzt nicht die Rücksprache mit Ihrem Arzt oder mit dem Apotheker Ihres Vertrauens.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium